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  • 2020resi

Susan Kare - die Mutter der Icons

Per ‚drag and drop‘ geht etwas in den Papierkorb und ich weiß, die Datei ist gelöscht. Ich gehe in einer Datei auf das Diskettensymbol und weiß, dass ich diese dadurch speichere. ,Icons‘, so simpel wie auch genial sind diese Symbole, anhand derer man gleich weiß, was gemeint ist. Und viele dieser Icons haben wir einer Frau zu verdanken. Die Mutter der Icons heißt Susan Kare.

„Ich habe von Steve Jobs viel über den Wert der Liebe zum Detail und über das Überschreiten der Grenzen eines Mediums gelernt. Ich denke immer noch an seine Philosophie, nicht zu viele Informationen gleichzeitig anzuzeigen, und an den Wert der Einfachheit beim visuellen Messaging,“ so schreibt Susan Kare auf ihrer Website.

Susan Kare, geboren 1954, machte Ihren Abschluss am Mount Holyoke College, 1975 den Bachelor of Arts in Kunst mit “summa cum laude”. 1978 promovierte sie an der New York University. Anschließend zog sie nach San Francisco und arbeitete für ein Kunstmuseum als Bildhauerin. Dort traf sie sich eines Tages mit einem Freund, ihrem alten Studienkollegen Andy Hertzfeld. Der war zu dem Zeitpunkt Mitglied des ursprünglichen Apple Macintosh Entwicklungsteams und bat sie, während dieses Treffens, doch für Apple tätig zu werden und die Benutzeroberfläche für den Apple Macintosh zu gestalten.

Dies stellte sie erst vor eine Herausforderung, da sie wenig bis gar keine Erfahrung mit Computergrafik hatte. Aber ihr Interesse schien geweckt und sie ließ sich von ihrer Unerfahrenheit im technischen Bereich nicht aufhalten. Sie wollte leicht verständliche visuelle Hinweise für jeden/jede Nutzer:in und den alltäglichen Gebrauch erschaffen. Susan begann, Symbole auf einem einfachen Karoraster-Notizbuch zu entwerfen, und indem sie die Quadrate mit Präzision ausmalte, leitete sie im Wesentlichen eine Revolution im digitalen Design ein. Jedes Karo repräsentiert ein Pixel. Diese Pixel kamen zusammen, um eindrucksvolle Symbole mit einer Lesbarkeitsstufe zu erstellen, auf die Designer:innen heute wahrscheinlich noch neidisch werden würden. Dieses Notizbuch, in dem sie ihre ersten Kreationen zeichnete, war angeblich sogar das Notizbuch, das sie bei einem Interview bei Apple verwendet hatte.

Der Prozess erinnerte mich an Strickmuster oder Mosaike. Ich hatte das Glück, eine Mutter zu haben, die gerne bastelt, das scheint sich übertragen zu haben“ sagte Susan Kare in einem Interview im Smithsonian Magazine über ihre Zeichnungen und Entwürfe.

Ihr Ziel war es den Macintosh warmer, freundlicher und zugänglicher erscheinen zu lassen. Daher das „Lächeln“, eines der bekanntesten Formate der symbolischen Darstellung, dass sie in ihrer Zeit bei Apple geschaffen hat. Aufgrund dessen wird sie im Volksmund auch als „the woman who gave the Macintosh a smile “ bezeichnet. Sie arbeitete von 1983 bis 1986 bei Apple an Icons, Fonts sowie an Marketingmaterialien und dem Gesamterscheinungsbild des Macintosh. Für Apple entwickelte sie auch die Schriftart »Chicago«. Außerdem hat sie die Fonts »Monaco« und »Geneva« entwickelt.

Die nächste Station in ihrem Lebenslauf war die Firma NeXT, der von Steve Jobs 1986 neu gegründeten Firma. Nur ein Jahr später, 1987, entwarf sie in Microsofts Auftrag Buttons, Icons und andere GUI-Elemente für Windows 3.0. Darunter sogar die Spielkarten des überall bekannten Solitaire.

Seit 1988 arbeitete Susan als selbständige Graphik-Designerin. 2001 wurde ihre Arbeit durch den »Chrysler Design Award« ausgezeichnet. Einige ihrer Entwürfe waren sogar im Museum of Modern Art zu bewundern und ein paar davon sind auch heute noch Online, auf der Seite des MoMA, zu sehen. Ihre aktuelleren Arbeiten umfassen Entwurfselemente für Websites, Software und mobile Geräte – besonders Grafiken für Displays, die (wie könnte es anders sein) nur begrenzten Platz zur Verfügung stellen. Zu ihren Kund:innen zählen neben Apple auch IBM, Cisco, Swatch, Fossil, PayPal, Facebook, Intel, Getty, Motorola, Microsoft …

Susan stellte sicher, dass die Designs einfach, minimal und dennoch auffällig sind. Sie hat einen legendären Job gemacht, wie ich finde. In einem Interview wird sie einmal gefragt, was das Schwierigste am Pixeln sei. Darauf entgegnete sie: „Besonders problematisch ist die Umsetzung von abstrakten Begriffen wie "Rückgängig machen" oder "Ausführen". Nomen sind einfach, Verben kompliziert.“

Ihre Karriere war eine unglaubliche Reise wegen all ihrer bahnbrechenden Arbeit. Susan versuchte, dem Stereotyp der Technologiebranche entgegenzuwirken, dass es sich um eine exklusive Domäne für Ingenieur:innen handelt, und diente als Inspiration für alle Grafikdesigner da draußen, dass in jeder Domäne immer Platz für alle ist.

Und damit komme ich zum Ende der Story von Susan Kare. Meine letztes Doing hier: Der Klick auf die





R.

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